…für ein Leben mit Musik

Kräuter, Lieder, Brauchtum kommen beim Publikum an

KAUTENDORF – Was bedeutet es, wenn man im Wirtshaus zur Begrüßung mit den Knöcheln auf den Tisch klopft? Was hat das Johanniskraut mit dem Wohl der Tiere im Stall zu tun? Oder wo läuft die Grenze zwischen Kräuterkunde und Aberglauben?

Referent Adrian Roßner

Solche und viele andere Fragen mehr beantwortete Adrian Roßner in einem gut einstündigen Vortrag, den er vor einem interessierten Publikum im gefüllten Raum des alten Kautendorfer Schulhauses hielt.

Dabei ließ er mit seiner lebendigen, oft bühnenreifen Darstellungsweise keinen Moment Langeweile aufkommen, als er seine Erkenntnisse über Kräuter und Brauchtum in den weiten Rahmen von Heimat- und Volkskunde stellte. Diese Darbietungen stellten den hauptsächlichen, aber durchaus nicht einzigen Programm- und Anziehungspunkt dar in der Veranstaltung, zu der im Rahmen der 650–Jahrfeier von Kautendorf der Kulturvereins unter dem Vorsitz von Gudrun Spatschek geladen hatte.

Einen weiteren Beitrag, hervorgeholt aus dem Schatz der Forschung zur Chronik von Kautendorf, hatte Karl Edelmann zu bieten. Dazu trugen Zene Kruzikaite in ihrer kultivierten Altstimme mit fein differenzierter Gestaltung im Wechsel mit dem tiefen Bass von Wladimir Polatynski Lieder vor, die sich alle um nächtlich-geheimnisvolle Themen rankten. Vom Erlkönig, vom Trauerlied einer verlassenen Spinnerin, einem Gespensterschloss, einem Kirchhof und einem Dorftrottel war unter anderem zu hören, aufmerksam und präsent am Klavier begleitet von Eva Gräbner.

Kundige Stammgäste von Veranstaltungen des Kulturvereins wissen bereits, dass dabei neben geistigen und akustischen Genüssen auch der Gaumen zu seinem Recht kommt. Auf das Rahmenthema Kräuter abgestimmt war auch das Angebot aus der Küche: Verschiedene Gerichte, mit würzigen Kräutern zubereitet, auch mit Kräutern gewürzte Getränke wurden dazu gereicht und fanden lebhaften und lobenden Anklang.

Zufriedene Gäste waren angetan von dem Abend, der sich als harmonisch abgerundete Mischung aus Information und Genuss erwiesen hatte. Bericht: Gudrun Spatschek

Zene Kruzikaite, Alt, und Wladimir Polatynski, Bass

Gudrun Spatschek, Karl Edelmann, Eva Gräbner, Zene Kruzikaite, Wladimir Polatynski und Adrian Roßner